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Der Ausbildungsstart am 1. September ist geschafft. Die ersten Onboarding-Wochen liegen hinter den neuen Nachwuchskräften. Jetzt steht der nächste wichtige Schritt an: Sie kommen in ihre erste Abteilung und lernen das Team kennen, in dem sie künftig mitarbeiten und lernen werden.

Für die Nachwuchskraft ist das ein besonderer Moment. Wieder ist vieles neu: die Menschen, die Räume, die Aufgaben, die Abläufe und die Sprache im Unternehmen. Gerade deshalb sollte das erste Gespräch in der Abteilung mehr sein als eine kurze Vorstellungsrunde oder eine Übergabe von Zugangsdaten.

Ein gutes Begrüßungsgespräch schafft Orientierung, baut Vertrauen auf und legt den Grundstein für die Zusammenarbeit. Das gilt besonders dann, wenn du neu zum Kreis der Ausbilder:innen in deinem Unternehmen gehörst.

Das Begrüßungsgespräch ist kein Informationsfeuerwerk

Die Versuchung ist groß, beim ersten Termin möglichst viele Informationen unterzubringen: Aufbauorganisation, Arbeitszeiten, IT-Zugänge, Ausbildungsnachweis, Sicherheitsregeln, Aufgaben, Termine und Beurteilungskriterien. Alles ist wichtig – aber nicht alles muss in den ersten 30 Minuten erklärt werden.

Die Nachwuchskraft soll nach dem Gespräch nicht jedes Detail auswendig kennen. Sie soll wissen:

  • Wer ist für mich da?
  • Was macht dieses Team?
  • Was wird in den nächsten Tagen von mir erwartet?
  • Wo finde ich die wichtigsten Informationen?
  • Wen kann ich mit meinen Fragen ansprechen?

Plane das Gespräch deshalb als echten Austausch. Informationen sind ein Teil davon. Genauso wichtig sind Zeit zum Kennenlernen, Nachfragen und gemeinsame Vereinbarungen.

Vor dem Gespräch: Gute Vorbereitung nimmt Druck heraus

Ein gelungenes Begrüßungsgespräch beginnt nicht erst, wenn die Nachwuchskraft durch die Tür kommt. Wenn du zu den Ausbilder:innen gehörst, nimm dir vorher Zeit, die wichtigsten Informationen zusammenzustellen und das Team vorzubereiten.

Diese Punkte solltest du vorab klären

  • Wann kommt die Nachwuchskraft in die Abteilung und wie viel Zeit ist für das Gespräch eingeplant?
  • Wer nimmt teil? Neben dir aus dem Kreis der Ausbilder:innen kann auch die Teamleitung dabei sein.
  • Welche Informationen aus den Onboarding-Wochen liegen bereits vor?
  • Welche Ausbildungsstationen, groben Einsatzzeiten oder Termine stehen schon fest?
  • Welche Aufgaben und Themen möchte das Team in den ersten Tagen zeigen?
  • Sind Arbeitsplatz, Hardware, Software und Zugänge vorbereitet?
  • Gibt es besondere Sicherheitsunterweisungen, persönliche Schutzausrüstung oder Regeln für die Abteilung?
  • Welche erste Aufgabe ist sinnvoll und realistisch?

Auch das Team sollte wissen, wer neu dazukommt. Eine kurze Vorabinformation hilft, damit die Begrüßung nicht zufällig zwischen zwei Terminen stattfindet. Ein echter Willkommensmoment braucht keine große Inszenierung. Aber er braucht Aufmerksamkeit.

Der Ablauf für ein gutes Begrüßungsgespräch

Die folgende Struktur ist als Leitfaden gedacht. Du musst sie nicht Punkt für Punkt ablesen. Sie hilft dir aber, die wichtigsten Themen im Blick zu behalten und dem Gespräch einen klaren Rahmen zu geben.

1. Ankommen und persönlich begrüßen

Starte nicht mit Organigrammen oder Regeln. Starte mit einem Willkommen.

Ein kurzer Small Talk hilft, die erste Anspannung zu lösen. Vielleicht geht es um die vergangenen Onboarding-Wochen, den Weg zur Abteilung oder die ersten Eindrücke im Unternehmen. Anschließend kannst du den Ablauf des Gesprächs kurz erklären:

„Wir möchten dir heute unser Team vorstellen, dir zeigen, wie wir arbeiten, und gemeinsam besprechen, wie deine ersten Tage bei uns aussehen. Wenn etwas unklar ist, frag bitte jederzeit nach.“

Kläre außerdem, ob ihr euch duzt oder siezt. Diese Frage wirkt klein, verhindert aber Unsicherheit. Wichtig ist nicht, welche Variante gewählt wird. Wichtig ist, dass die Nachwuchskraft weiß, wie sie die anderen ansprechen kann.

2. Das Team und die eigene Rolle vorstellen

Wer sitzt hier eigentlich? Und wer macht was? Für neue Auszubildende ist die Antwort darauf nicht selbstverständlich.

Stelle die Teammitglieder mit Namen und Tätigkeit vor. Erkläre kurz, welche Kernaufgaben das Team übernimmt und wie es in den Gesamtbetrieb eingebunden ist. Wenn es eine Teamleitung gibt, sollte auch deren Rolle deutlich werden.

Hilfreich sind konkrete Informationen:

  • An wen wendet sich die Nachwuchskraft bei fachlichen Fragen?
  • Wer hilft bei organisatorischen Anliegen?
  • Wer aus dem Kreis der Ausbilder:innen ist Ansprechperson bei Fragen zur Ausbildung?
  • Mit welchen anderen Teams arbeitet die Abteilung zusammen?
  • Welche Aufgaben darf die Nachwuchskraft zunächst beobachten oder ausprobieren?

Vermeide dabei eine reine Namensrunde. Namen bleiben besser im Gedächtnis, wenn sie mit einer Funktion oder einem konkreten Arbeitsbereich verbunden werden. Eine kleine Übersicht oder ein Steckbrief für das Team kann zusätzlich helfen.

3. Orientierung in der Abteilung geben

Nach dem Kennenlernen braucht die Nachwuchskraft Orientierung. Zeige die wichtigsten Räume und Wege: Arbeitsplatz, Besprechungsräume, Toiletten, Pausenbereich und relevante Anlaufstellen.

Zur Orientierung gehören auch die grundlegenden Sicherheitsinformationen. Dazu zählen – abhängig von der Abteilung – Fluchtwege, Sammelpunkt, Arbeitssicherheit und persönliche Schutzausrüstung. Wenn eine Unterweisung vorgeschrieben ist, sollte sie selbstverständlich vollständig und entsprechend den betrieblichen Vorgaben erfolgen.

Auch organisatorische Abläufe gehören an diesen Punkt:

  • Wie werden Arbeitszeiten erfasst?
  • Wann und wo finden Pausen statt?
  • Wie werden Abwesenheiten oder Krankheit gemeldet?
  • Wo wird der Ausbildungsnachweis geführt?
  • Welche Regeln gelten für die Kommunikation im Team?

Vermittle nicht nur die Regel, sondern auch ihren Zweck. „Trag dich dort ein“ ist weniger verständlich als: „Über die Arbeitszeiterfassung behalten wir gemeinsam den Überblick über deine Einsatzzeiten.“

4. Arbeitsfähigkeit herstellen: Technik und Zugänge

Eine Nachwuchskraft kann schwer aktiv werden, wenn der Arbeitsplatz noch nicht funktioniert. Prüfe deshalb, ob Hardware, Software und Zugänge bereitstehen.

Gemeinsam könnt ihr zum Beispiel klären:

  • Ist der Arbeitsplatz eingerichtet?
  • Funktionieren Rechner, Telefon und benötigte Programme?
  • Sind die relevanten Zugänge freigeschaltet?
  • Wo liegen wichtige Dateien oder Informationen?
  • An wen wendet sich die Nachwuchskraft bei technischen Problemen?

Auch hier gilt: Nicht jeder technische Schritt muss im Begrüßungsgespräch ausführlich erklärt werden. Entscheidend ist, dass die Nachwuchskraft handlungsfähig wird und weiß, wo sie Unterstützung bekommt.

 

5. Ausbildung, Erwartungen und erste Aufgaben besprechen

Jetzt geht es um die eigentliche Zusammenarbeit. Sprich darüber, welche Themen und Aufgaben in der Abteilung eine Rolle spielen und welche groben Stationen oder Termine bereits geplant sind.

Besonders hilfreich ist es, die Erwartungen beider Seiten sichtbar zu machen. Frage die Nachwuchskraft zum Beispiel:

  • Was möchtest du in dieser Abteilung gerne kennenlernen?
  • Gibt es Themen, die dich besonders interessieren?
  • Was brauchst du, um gut in deine erste Aufgabe zu starten?
  • Welche Fragen sind aus den Onboarding-Wochen noch offen?

Teile auch deine Erwartungen mit. Dazu können Pünktlichkeit, Nachfragen, sorgfältiges Arbeiten, ein respektvoller Umgang und der Umgang mit Fehlern gehören. Formuliere diese Erwartungen konkret und besprich sie als gemeinsame Grundlage – nicht als einseitige Ansage.

Anschließend sollte eine erste Aufgabe vereinbart werden. Sie muss nicht groß sein. Eine überschaubare Aufgabe mit einem klaren Ziel gibt der Nachwuchskraft die Möglichkeit, aktiv zu werden und erste Erfolgserlebnisse zu sammeln.

Wichtig sind dabei vier Fragen:

  • Was genau soll erledigt werden?
  • Bis wann soll die Aufgabe abgeschlossen sein?
  • Welche Informationen oder Hilfsmittel stehen zur Verfügung?
  • Wann und wie wird das Ergebnis besprochen?

Wenn bereits Beurteilungen oder Kriterien für die Ausbildungsstation feststehen, kannst du diese ebenfalls einordnen. Gerade am Anfang sollte aber klar sein, dass Kriterien nicht dazu dienen, Unsicherheit zu erzeugen. Sie zeigen, worauf es ankommt und woran Entwicklung sichtbar wird.

Am Ende: Fragen, nächste Schritte und Vereinbarungen

Ein gutes Gespräch endet nicht mit dem Satz: „Dann weißt du ja Bescheid.“ Lass stattdessen Raum für Fragen und fasse die wichtigsten Punkte gemeinsam zusammen.

Kläre zum Abschluss:

  • Was nimmt die Nachwuchskraft aus dem Gespräch mit?
  • Welche Fragen sind noch offen?
  • Was ist die erste konkrete Aufgabe?
  • Wann findet der nächste Austausch statt?
  • Welche Termine, Abwesenheiten oder Ausbildungsinhalte sind bereits relevant?
  • Wer kümmert sich um noch fehlende Zugänge oder Informationen?

Halte die Vereinbarungen kurz fest. Das kann eine gemeinsame Notiz oder eine Nachricht mit den nächsten Schritten sein. So muss sich die Nachwuchskraft nicht alles merken und kann später noch einmal nachsehen.

Fazit: Der erste Platz im Team beginnt mit Orientierung und Beziehung

Wenn neue Auszubildende nach den Onboarding-Wochen in ihre erste Abteilung kommen, beginnt ein neuer Abschnitt ihrer Ausbildung. Das Begrüßungsgespräch ist dabei ein wichtiger Anker.

Es geht nicht darum, in kurzer Zeit alles zu erklären. Es geht darum, einen guten ersten Kontakt herzustellen, Orientierung zu geben und gemeinsam die nächsten Schritte zu vereinbaren. Wer aus dem Kreis der Ausbilder:innen vorbereitet ist, aufmerksam zuhört und Erwartungen konkret macht, erleichtert der Nachwuchskraft den Einstieg – und dem Team die Zusammenarbeit.

Denn die entscheidende Frage nach dem Gespräch ist nicht: „Haben wir alle Informationen weitergegeben?“

Sondern: „Weiß die Nachwuchskraft, wo sie angekommen ist, an wen sie sich wenden kann und was ihr nächster Schritt ist?“

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